Sonntag, 2. März 2014

Ohne viele Worte: Der Windbeutel








© Bilder Franziska Heinz

„(...) the word that surfaced again and again was windbag“ – mit diesen Worten beschrieb ein Autor der Times seinen Interview Partner, einen New Yorker PR-Manager. „Windbag“, also wortwörtlich: Windbeutel – das kleine luftige Brandteig-Gebäcke mit der sahnigen Füllung, das so himmlisch schmeckt. Wie sieht allerdings eine Person aus, welche die Assoziation eines Windbeutels hervorruft? Daraufhin ploppte auch in meiner Vorstellung ein cremiger Windbeutel nach dem Anderen auf. Offensichtlich abgelenkt von meinem knurrenden Magen, kam mir erst nach ein paar langen Minuten die Erkenntnis, dass der Begriff Windbeutel, ebenso wie im Englischen, auch im Deutschen für Menschen verwendet wird, die gerne und viel reden – das Gesprochene hat dabei selten viel Inhalt. Die kulinarischen Windbeutel versprechen hingegen aber nicht zu viel.


Der Brandteig 


Als Erstes 250 Millliter Wasser zusammen mit 100 Gramm Butter und einer Prise Salz in einem Topf kurz aufkochen lassen. Achtung: Das Wasser-Butter-Gemisch ist etwas dünnflüssig und spritzt beim Kochen leicht über den Topf hinaus. Deshalb anschließend 260 Gramm Mehl (am Besten auf einmal) in den Topf stürzen und sofort mit einem Kochlöffel einrühren. Das Mehl bindet die Flüssigkeit zu einem festen Teigklumpen, der so lange mit dem Kochlöffel bearbeitet werden sollte, bis er eine ebenmäßige Oberfläche aufweist – wichtig: Der Topf steht dabei auf der warmen Herdplatte.

Hat sich der Teig zu einer homogenen Masse verbunden, kann er vom Herd genommen werden und darf in einer Schüssel auskühlen. Nun langsam die fünf Eier (am Besten fünf größere Eier/ Größe M-L) nacheinander sorgfältig in den Teig einarbeiten. Der fertige Teig sollte glänzen und weich sein, damit er sich später mit dem Spritzbeutel leicht formen lässt.

Danach den Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Das Backblech mit Backpapier auslegen. Den Spritzbeutel mit Sterntülle (Metallaufsatz für den Spritzbeutel) mit Brandteig befüllen und im Abstand von ca. 5 Zentimeter auf das Blech drücken. Für die typischen Windbeutel wird der Teig Rosettenförmig1 auf das Blech gespritzt.

Tipp: Wer keinen Spritzbeutel zur Hand hat, kann sich mit einer kleinen Plastiktüte (Brotzeittüten, kleine Müllbeutel etc.) behelfen. Dazu eine Ecke der zusammengeschweißten Kante abschneiden. Die Größe des Loches kann man so selbst bestimmen – lieber anfangs weniger abschneiden, denn durch kleine Löcher lässt sich die Masse gezielt aufdrücken.

Die Windbeutel kommen für 10 bis 15 Minuten auf der mittleren Schiene in den Ofen. Zum Schluss die noch warmen Windbeutel mit einem Messer halbieren und auskühlen lassen. Besonders zur Faschingszeit stellen die dekorativen Leckereein eine hübsche Alternative zu Faschingskrapfen dar. Kombiniert mit Sahne, Früchten oder einer köstlichen Schoko-Creme bringen sie neuen Wind in die Küche.  


1Rosettenform: schneckenhausförmig, wie ein wirbelartiger Kreis der nach innen kleiner wird.

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